„80 Jahre Vereinte Nationen – Zwischen Anspruch und Wirklichkeit“
Als Referenten zum Hochschultag am Montag, den 23.03.26, um 18:30 Uhr in der Kulturhalle Rödermark, ausgerichtet von der Oswald-von-Nell-Breuning-Schule und der Stadt Rödermark, konnten wir Herrn Professor Dr. Andreas Haidvogl von der Hochschule Darmstadt gewinnen, der anlässlich des 80. Jubiläums der UNO die Bedeutung, aber auch die Herausforderungen und Krisen dieser wichtigen Organisation beleuchten wird.
Zur UNO:
80 Jahre Vereinte Nationen im Jahr 2025 markieren ein wichtiges Jubiläum.
Als die Vereinten Nationen vor 80 Jahren unmittelbar nach dem 2.Weltkrieg gegründet wurden, stand ein Ziel im Fokus: die Welt vor einem weiteren verheerenden Krieg zu bewahren und langfristig Frieden zu sichern. Ob es sich um eine Erfolgsgeschichte handelt, wird dabei grundsätzlich unterschiedlich gesehen. Befürworter betonen, dass ein dritter Weltkrieg ausgeblieben sei und vor allem die zwischenstaatlichen Kriege zurückgegangen seien, Kritiker bemängeln die Handlungsunfähigkeit in Krisensituationen oder die Ignoranz der Grundsätze der Vereinten Nationen durch einflussreiche Mitglieder.
Hinzu kommen im 80. Jahr ihres Bestehens finanzielle Probleme, geopolitische Spannungen und globale Herausforderungen wie der Klimawandel, die die Arbeit erschweren.[1] Eine sich seit Jahren abzeichnende Liquiditätskrise bei zunehmenden Konflikten und Spannungen weltweit hat zur Folge, dass die UN mit weniger Mitteln auf mehr Probleme reagieren muss. Verschärft wird diese Situation durch das Voranschreiten des Klimawandels, des voraussichtlichen Verfehlens der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung und des Rückzugs der USA aus dem UN-System.[2]
Thema des Hochschultages:
Am Hochschultag wird Herr Prof. Haidvogl mit den jungen Menschen der Oswald-von-Nell-Breuning-Schule und anderen interessierten Bürger*innen in den Diskurs treten und es verspricht ein spannender und aufschlussreicher Abend zu werden. Herr Prof. Haidvogl wird in seinem Vortrag mit anschließender Diskussionsrunde über „80 Jahre Vereinte Nationen – Zwischen Anspruch und Wirklichkeit“ referieren, hier ein kleiner Vorgeschmack:
„Seit 1945 stehen die Vereinten Nationen für die Hoffnung auf Frieden, kollektive Sicherheit und internationales Recht. Doch wie tragfähig ist dieses Versprechen heute – 80 Jahre nach ihrer Gründung?
Mein Vortrag beleuchtet die historischen Wurzeln der UN, ihre Ziele und zentralen Institutionen sowie die politische Realität internationaler Machtverhältnisse. Im Lichte des aktuellen Konfliktgeschehens und wachsender globaler Herausforderungen wird sichtbar, wo die Vereinten Nationen handlungsfähig sind – und wo Vetorecht, Machtpolitik und geopolitische Blockaden die Grenzen des Völkerrechts offenlegen.
Abschließend steht die entscheidende Frage im Raum: Sind die Vereinten Nationen und das Völkerrecht überholt und nicht mehr zeitgemäß – oder bleiben sie trotz aller Schwächen die einzige realistische Grundlage für Frieden und internationale Ordnung im 21. Jahrhundert?“
Zum Werdegang:
Andreas Haidvogl ist Professor für Politikwissenschaft und Internationale Beziehungen am Fachbereich Gesellschaftswissenschaften an der Hochschule Darmstadt.
Nach seinem Studium der Politikwissenschaft, Soziologie und Philosophie an der Technischen Universität Darmstadt (2000 – 2005) promovierte er dort am Fachbereich Gesellschafts- und Geschichtswissenschaften. Das Thema seiner Dissertation lautet „Unternehmen als Friedensmacher? Zur Rolle privatwirtschaftlicher Akteure im nordirischen Friedensprozess“ (Mai 2005).
Von 2005 bis 2015 arbeitete Prof. Haidvogl als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Leibniz-Institut Hessische Stiftung Friedens- und Konfliktforschung (HSFK) in Frankfurt am Main.
Nach weiteren Stationen als Lehrbeauftragter an der Goethe-Universität in Frankfurt am Main, der Ruprecht-Karls-Universität in Heidelberg sowie der Fern-Universität in Hagen wechselte er an die Hochschule Darmstadt. Seit 2024 hat er dort die Professur für Politikwissenschaft und Internationale Beziehungen am Fachbereich Gesellschaftswissenschaften inne.
Schwerpunkte seiner Lehre sind Global-Governance, Friedens- und Konfliktforschung und Internationale Organisationen und Institutionen.[3]
Zudem ist Prof. Haidvogl Inhaber des Baden-Württembergischen Zertifikats für Hochschuldidaktik sowie des Zertifikats Hochschuldidaktik der Goethe-Universität Frankfurt am Main. Aktuelle Entwicklungen in der Hochschuldidaktik spielen in seiner Lehre eine zentrale Rolle.
Quellen zur Vertiefung und Infos über den Vortragenden:
https://fbgw.h-da.de/fachbereich/personen/professorinnen/dr-andreas-haidvogl
https://dgvn.de/aktivitaeten/jahresthema-2025-80-jahre-un-neue-perspektiven-fuer-den-frieden
https://zeitschrift-vereinte-nationen.de/suche/zvn/artikel/kein-grund-zum-feiern
https://www.blaetter.de/ausgabe/2025/oktober/80-jahre-uno-auf-dem-weg-in-die-bedeutungslosigkeit
[1] https://zeitschrift-vereinte-nationen.de/suche/zvn/artikel/kein-grund-zum-feiern [27.02.26; 11:11 Uhr]
[2] Ebd.
[3] https://fbgw.h-da.de/fachbereich/personen/professorinnen/dr-andreas-haidvogl[27.02.26; 12:11 Uhr]