Thema des Hochschultages: „Fremd, nah, bedrohlich? China und der Westen im Wandel der Zeit“
Als Referenten zum Hochschultag, ausgerichtet von der Oswald-von-Nell-Breuning-Schule und der Stadt Rödermark, in der Kulturhalle Rödermark am Montag den 26.10.26, um 18:30 Uhr, konnten wir Herrn Professor Dr. Iwo Amelung von der Johann- Wolfgang- Goethe-Universität Frankfurt am Main gewinnen.
China bestimmt als globale Supermacht maßgeblich die Weltwirtschaft, die internationale Politik und den Klimaschutz mit. Als zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt prägt China globale Liefer- und Wertschöpfungsketten. Zudem sind viele deutsche und europäische Industrien eng mit dem chinesischen Markt verknüpft. Technologische Innovationen aus China, wie zum Beispiel das E-Auto, verändern den Weltmarkt.
In einer sich wandelnden Weltordnung agiert China als Gegengewicht zu den USA, wobei das autokratische Regierungssystem im Gegensatz zu westlichen Demokratien steht. Hinzu kommen geopolitische Spannungen, wie der Konflikt um Taiwan.
Gleichzeitig lassen sich globale Krisen wie der Klimaschutz ohne eine Zusammenarbeit mit Chinas schwierig lösen.
Doch wieviel wissen wir wirklich über China? Wie kam es zu einem Aufstieg als globale Macht? Was beschäftigt die Menschen in diesem Land?
Mit diesen Themen wird sich Herr Prof. Amelung am Hochschultag auseinandersetzen. Dabei wird er mit den jungen Menschen der Oswald-von-Nell-Breuning-Schule und anderen interessierten Bürger*innen in den Diskurs treten und es verspricht ein spannender und aufschlussreicher Abend zu werden. Herr Prof. Amelung wird in seinem Vortrag mit anschließender Diskussionsrunde über das Thema „Fremd, nah, bedrohlich? China und der Westen im Wandel der Zeit“ referieren, hier ein kleiner Vorgeschmack:
„Die Beziehungen zwischen China und dem „Westen“ schwanken seit jeher zwischen Faszination und Skepsis. Häufig stecken dahinter unzureichende Vorstellungen und mangelnde Differenzierung auf beiden Seiten.
Dieser Vortrag analysiert die Ursachen historischer wie aktueller Wahrnehmungsmuster und fragt nach ihren Folgen für die künftige Interaktion. Er plädiert für einen differenzierten Blick auf das Gegenüber als Basis eines konstruktiven Miteinanders. Dazu gilt es, das Bild des „monolithischen“ Anderen zu dekonstruieren: Auch jenseits politischer und wirtschaftlicher Zwänge bewegen die Menschen auf beiden Seiten erstaunlich ähnliche Erwartungen, Ängste und Hoffnungen.“
Zum Werdegang:
Iwo Amelung ist Professor für Geschichte und Sinologie am Fachbereich Sprach- und Kulturwissenschaften mit dem Schwerpunkt Sinologie an der Goethe-Universität Frankfurt am Main.
Nach seinem Studium der Sinologie und Geschichte an der Universität Göttingen, an der Shandong-Universität, Jinan und an der Universität Bonn (1983-1992) promovierte er 1999 in Sinologie an der Freien Universität Berlin. Das Thema seiner Dissertation lautet „Der Gelbe Fluß in Shandong. Überschwemmungskatastrophen und ihre Bewältigung durch die Administration im China der späten Kaiserzeit.“
2005 folgte seine Habilitation in Sinologie an der Universität Erlangen zum Thema „Studien zur Rezeption ‚Westlichen Wissens’ im China des späten Kaiserreiches“. Nach Stationen an der Georg-August-Universität Göttingen, der Technischen Universität Berlin, der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, der ETH Zürich, der Eberhard-Karls-Universität Tübingen und der Universität in Peking ist Ivo Amelung seit 2007 Professor für Sinologie an der Johann-Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main. Von 2009 bis 2012 war er Prodekan des Fachbereiches Sprach- und Kulturwissenschaften, wobei er 2011 eine Gastprofessur an der Universität Peking innehatte und 2012 als Fellow am Internationalen Forscherkolleg „Schicksal, Freiheit und Prognostik. Strategien der Zukunftsbewältigung in Ostasien und Europa“ an der Universität Erlangen-Nürnberg teilnahm.
Seit 2019 ist er geschäftsführender Direktor des Interdisziplinären Zentrums für Ostasienstudien der Goethe-Universität.
Schwerpunkte seiner Lehre sind unter anderem die Ideen- und Wissensgeschichte des modernen China; die Bürokratie- und Sozialgeschichte der Qing-Zeit; Identitätsdiskurse und die Entstehung und Entwicklung von wissenschaftlichen Disziplinen im modernen China. Seine Lehrveranstaltungen beleuchten Chinas Weg in die Moderne, aber auch die chinesische Geschichte und Politik im 19.und 20. Jahrhundert.
Quellen zur Vertiefung und Infos über den Vortragenden:
https://www.fb09.uni-frankfurt.de/43089736/Prof__Dr__Iwo_Amelung [23.09.26: 22:08 Uhr]
https://www.fnp.de/frankfurt/amelung-spuert-wirtschaftlichen-denken-reich-mitte-nach-10460115.html [23.09.26: 22:16 Uhr]
^https://www.fb09.uni-frankfurt.de/43089736/Prof__Dr__Iwo_Amelung [23.09.26; 22:08 Uhr]
//www.fb09.uni-frankfurt.de/43089736/Prof__Dr__Iwo_Amelung [23.09.26; 22:08 Uhr]