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„Was machen Sie?“ „Nichts. Ich lasse das Leben auf mich regnen.“

|   Aktionswoche September 2021

Um Rahel Varnhagen und ihre Bedeutung hervorzuheben, hat die 13a ein Portrait von ihr erstellt. Es ist im Schuljahr 2021/22 im Foyer der Oberstufe zu sehen.

 

Ganz so war es aber nicht. Rahel Varnhagen, die diese Antwort gegeben hat, hat sehr wohl etwas gemacht. Allerdings ist es mit der Zeit in Vergessenheit geraten, wie so vieles, was von Frauen erdacht, geschrieben, errungen wurde. Das Profil Kommunikation und Ästhetik des 13. Jahrgangs hat sich deshalb in der Aktionswoche 1 im September 2021 mit ihrer Person auseinandergesetzt.

Unter der Frage „Wer war Rahel Varnhagen?“ hörten wir Podcasts der ARD Audiothek, die in einer zehnteiligen Serie über sie berichten. Deutlich wird dort bereits, dass sie mit vielen Mitmenschen ihrer Zeit, sie lebte von 1771 bis 1833, in Briefkontakt stand oder persönlich sprach. Darüber geben ihre zahlreichen Tagebucheinträge Aufschluss. Einer ihrer Gesprächspartner war der eher bekannte Johann Wolfgang von Goethe, der sie eine „schöne Seele“ nannte. Aber auch mit Bettina von Arnim, Heinrich Heine, den Brüdern Humboldt, Friedrich und Dorothea Schlegel, Ludwig Tieck und anderen diskutierte sie leidenschaftlich. Ungeachtet der sozialen Stellung, der Religionszugehörigkeit oder des Geschlechts lud sie dazu in ihre Salons ein. Oft ging es dort um die Emanzipation der Frauen, die damals kaum Rechte hatten. So wurde Rahel Varnhagen trotz ihrer Intelligenz nicht wie ihre Brüder zur weiterführenden Schule geschickt, von einem Studium ganz zu schweigen. Einem Beruf durfte sie auch nicht nachgehen und war deshalb Zeit ihres Lebens auf die Versorgung durch ihre Familie und später ihren Ehemann angewiesen.

Aber auch ihre Religionszugehörigkeit, sie war Jüdin, hat an vielen Stellen dafür gesorgt, dass sie kein sorgloses Leben führen konnte. Die Gräueltaten des Nazi-Regimes lagen zwar noch in weiter Ferne, aber auch zu Varnhagens Zeit hatte die jüdische Bevölkerung unter Antisemitismus zu leiden. Zum Beispiel musste sie als Jüdin, da sie einen christlichen Mann heiraten wollte, konvertieren, eine Mischehe war damals nicht erlaubt.

Nicht nur die ARD, auch das neu eröffnete Romantik-Museum in Frankfurt widmet einen Teil seiner Ausstellung Rahel Varnhagen. Wir haben es besucht und weitere Anregungen für unsere Auseinandersetzung mit ihr gefunden. Ein Tisch mit Geschirr, auf denen Zitate von ihr stehen, stellt ihre Salons dar. Bilder zeigen, wie sie ausgesehen hat, es gibt originale Handschriften zu bewundern. Ein Besuch des Museums lohnt sich also.

Vieles, was Rahel Varnhagen damals bereits als Frauenrecht beschrieben und gefordert hatte, wurde erst im 20. Jahrhundert oder noch später realisiert: Das erste deutsche Mädchengymnasium wurde 1893 in Karlsruhe eröffnet, zum Studium wurden Frauen ab 1900 zugelassen (in einigen Städten aber auch erst deutlich später), das Wahlrecht für Frauen gibt es seit 1918, die Gleichheit von Männern und Frauen ist erstmals festgeschrieben in der Verfassung Deutschlands (1949), Frauen dürfen ab 1958 ein eigenes Konto führen oder ohne die Zustimmung ihres Ehemannes einen Beruf ausüben (ab 1977) und noch immer erhalten Frauen für gleiche Arbeit weniger Lohn. Das, was durch Rahel Varnhagen begonnen wurde, ist also längst nicht zu Ende.

Entmutigen lassen wir uns aber nicht. Oder, um mit Rahel Varnhagen zu sprechen, „Bei allem Misslingen hofft meine ewig närrische Seele doch immer das Unglaublichste. Wir lassen nicht vom Glück!“

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